Spielbericht der Damenmannschaft

Damen II - Spiel gegen Ketsch am 28.09.2016

SpVgg 06 Ketsch - SV Zeutern II 2:0 (1:0)

 

Dass es für unsere mit einem Altersdurchschnitt von unter 18 Jahren noch unerfahrene Mannschaft in ihrer überwiegend ersten Damensaison immer wieder auch zu Lernprozessen kommen wird, war klar und bestätigte sich beim Gastspiel in Ketsch. Rein auf dem Papier war man ob der bisherigen eigenen Ergebnisse (0:2 gegen Hambrücken, 5:1 gegen VfR Mannheim, 3:3 gegen Tabellenführer Vogelstang, dieser seinerseits 7:1 gegen Hohensachsen) und deren der Ketscherinnen (4:2 gegen Sandhofen, 0:5 gegen Hohensachsen) erstmals als vielleicht sogar leichter Favorit in den Rhein-Neckar-Kreis gereist.

 

Vom Anpfiff weg wurde es den mitgereisten Fans aber schnell bewusst, dass die heutigen Rahmenbedingungen unseren jungen Damen nicht so liegen würden, sei es der ungünstige späte Mittwochabend, das schwache Flutlicht und vor allem die körperlich stärkeren Gegnerinnen, die zudem auch noch mit den auf dem eigenen Kunstrasen anders auf- und abspringenden Bällen besser vertraut waren. Diese warfen von Beginn an viel Körperkontakt und Forechecking in die Waagschale und ließen unseren Amazonen so nur wenig Raum für ihre Ballstafetten. Hinzu kam, dass sich unsere Mannschaft durch diverse Ausfälle, insbesondere der Schwestern Aline und Jacqueline Hertl, erst neu finden musste. Dann auch noch das frühe Glück der Tüchtigen für die Ketscherinnen, als sich ein Schuss zu deren 1:0 ins Zeuterner Tordreieck senkte (4.). Längere Zeit behackten sich beide Teams im Mittelfeld, ohne auf der einen als auch anderen Seite zu gefährlichen Offensivaktionen zu kommen. Unser Team mit der dieses Mal erfreulicherweise auflaufenden Annalena May stand in der Defensive nun sicherer, es unterliefen jedoch zu viele Aufbau- und Abspielfehler wie sie der Mannschaft in den vergangenen Spielen, vor allem bei der Galavorstellung gegen Vogelstang, nicht unterlaufen waren. Dann in der 27. Minute jedoch ein erster richtig guter Angriff: Nach gutem Zusammenspiel mit Jenny Wagner passte Elena Schanzenbach von links parallel die Fünfmeterraumlinie entlang vors Tor, wo Kapitänin Larissa Schöninger auch tatsächlich zum Abschluss kam, aber an der glänzend reagierenden 35jährigen Torhüterin scheiterte. Auch nach der folgenden Ecke nochmals Gefahr für das Ketscher Tor, die jedoch schließlich bereinigt werden konnte. Kurzzeitig besaß unser Team Oberwasser und Jenny verfehlte mit einem Schuss nur knapp das Tor (33.). Ab ca. Minute 35 kamen wieder die Gastgeberinnen besser auf und ihrerseits zu drei, vier nicht ungefährlichen Angriffen, darunter in der 40ten ein zielgerichteter Torschuss aufs SVZ-Gehäuse, den unsere Keeperin Ricarda Weser jedoch prächtig meisterte. Vor der Pause dann auch auf der Gegenseite noch eine Großchance für Zeutern. Die Hereingabe von Saskia Benz wurde jedoch von der wirklich starken SpVgg-Torhüterin gerade noch mit einer Hand vor gleich drei einschussbereiten Angreiferinnen abgelenkt.

 

Auch die 2. Spielhälfte stand zunächst im Zeichen der Gastgeberinnen. Ein Pressschlag derer senkte sich nur knapp neben das SVZ-Tor (49.) und nach einem ungezwungenen Fehlpass im Aufbauspiel ein weiterer Schuss an die SVZ-Torlatte (50.). Mit zunehmender Spieldauer bekam unsere Elf mehr Kontrolle über die Begegnung, die bessere Spielanlage war ihr ohnehin nicht abzusprechen, zumal die Gastgeberinnen ihr Heil zumeist in einer Art Kick´n´Rush-Spiel suchten. Bis auf einen vom Schiedsrichter fälschlicherweise wegen Abseits zurückgepfiffenen vielversprechenden Angriff war für unser Team aber zumeist im letzten Felddrittel Endstation. Hinzu kam dann auch noch, dass Spielgestalterin Elena krankheitsbedingt passen musste (61.) und dass die ausgepufften Gastgeberinnen nun mit übertriebenem Gehabe jeden auch nur noch so geringen Körperkontakt beklagten und Freistöße einforderten. In Minute 72 auch noch mit fragwürdigem Erfolg, als es für ein „Nichts“ Freistoß gab. Diesen zirkelte ausgerechnet die Spielerin in den Zeuterner Strafraum, die einerseits bei auch nur leichten Berührungen wiederholt protestiert hatte, selbst aber teilweise grenzwertigen Körperkontakt hatte walten lassen und dafür auch Gelb kassiert hatte. Begünstigt durch ein Missverständnis glitt Ricarda der Ball aus den Händen und fand in einer Ketscherin die Abnehmerin zum 2:0. Beeindruckend jedoch, wie unsere junge Mannschaft diverse Rückschläge wegsteckte, nie aufgab und sich zumindest den Anschlusstreffer redlich verdient gehabt hätte. Die große Möglichkeit dazu bot sich im Besonderen in Minute 76: die starke Jenny ließ bei einem Solo gleich fünf Gegenspielerinnen stehen. Vielleicht wäre es besser gewesen, selbst aufs Tor abzuschließen, doch wählte sie im Strafraum das Zuspiel auf Larissa, die dann an der überragend reagierenden Torhüterin scheiterte. Zehn Minuten vor Schluss stellte Coach Joachim Reichert auf eine Dreierkette um und blies damit zur Schlussoffensive. in Minute 85 war es erneut die SpVgg-Keeperin, die einen Torschuss von dieses Mal Carolin Andrashazi stark meisterte und längst zur entscheidenden Figur ihrer Elf gereift war.

 

Es sollte an diesem Tag einfach nicht sein. Verbuchen wir diese Erfahrung als Lehrgeld und richten gleich wieder den Blick nach vorne, denn das nächste Spiel steht bereits am Tag der Deutschen Einheit, am 3. Oktober, um 14.00 Uhr, in Zeutern gegen die SG PSV Mannheim/03 Ladenburg auf dem Programm, die nach drei Spielen vier Punkte auf ihrem Konto hat, genauso viele wie unsere Mannschaft nach nun deren bereits vier Begegnungen.

 

Spielerinnen: Ricarda Weser (TW), Rosi Weser, Nathalie Lehner, Annalena May, Emily Wagner, Saskia Benz, Elena Schanzenbach (61. Carolin Andrashazi, 86. Johanna Müller), Berfin Ince (46. Clarissa Magel), Steffi Schleweis, Jenny Wagner, Larissa Schöninger.

 

E.W.