Spielbericht der Damenmannschaft

Damen II drehen Derbybegegnung

DAMEN II:

14. SPIELTAG LANDESLIGA RHEIN-NECKAR II:

So., 20.11.2016:

FV Hambrücken - SV Zeutern II 2:3 (1:0)

SVZ: Ricarda Weser (TW), Rosi Weser (66. Megan Macer), Nathalie Lehner, Jacqueline Hertl, Annalena May, Saskia Benz, Elena Schanzenbach, Stefanie Schleweis, Jenny Wagner (79. Aylin Knopf), Aline Hertl, Anja Fielenbach.

Torschützinnen:

1:0 (23.) Schneider

1:1 (53.) Hertl

2:1 (72.) Schneider

2:2 (76.) Fielenbach (Elfmeter)

2:3 (86.) Schleweis

 

Damen II drehen Derbybegegnung

Zum Ende des Fußballjahres 2016 sah sich unsere junge Damenmannschaft (Altersdurchschnitt unter 17 Jahren!) eminent schweren Herausforderungen ausgesetzt: gleich drei Mal in Folge musste sie auswärts bei gleich drei der ersten Vier antreten. Zunächst hatte man sich beim Tabellendritten SSV Waghäusel trotz der 2:5-Niederlage (nach sogar 2:1-Pausenführung) prächtig geschlagen, bei der anschließend unglücklichen 1:2-Niederlage beim Tabellenzweiten SG Hohensachsen hatte man nicht minder viel Paroli geboten. Nun ging es im ersten Rückrundenspiel zum Kreisderby zum Tabellenvierten FV Hambrücken. Gegen diesen hatte man sich bereits im Hinspiel stark behauptet und nur aufgrund Unerfahrenheit und mangelnder Chancenverwertung mit 0:2 verloren. Trotz der aufgrund der Tabellensituation klaren Favoritenrolle der Gastgeberinnen wollte das Team von Coach Joachim Reichert dieses Mal den Spieß umdrehen.

Ungewöhnlich auf den frühen Sonntagmorgen um 10.30 Uhr war die Begegnung angesetzt und wurde auf reifhartem Boden und bei noch Minusgraden ausgetragen. Dabei konnte man wieder einmal auf Annalena May sowie Anja Fielenbach zurückgreifen. Stattdessen fehlte erstmals in dieser Saison Emily Wagner krankheitsbedingt.

In den ersten 20 Minuten besaß unsere Elf gar etwas mehr Ballbesitz und ließ das Spielgerät gut durch die eigenen Reihen laufen. An der gegnerischen Strafraumlinie war man jedoch in der Regel mit seinem Latein am Ende und besaß dadurch nur eine Chance durch Anja, die einen starken Diagonalpass von Elena Schanzenbach aufnahm und in den Strafraum eindrang, leider versprang ihr das Leder auf dem holprigen Geläuf (18.). Zuvor hatten sich bereits die Gastgeberinnen gefährlicher gezeigt und waren bereits in den Minuten 5 und 6 zu zwei ersten gefährlichen Vorstößen gekommen. Unsere Keeperin Ricarda Weser zeigte sich jedoch beide Male auf ihrem Posten. Ab Minute 20 entglitt unseren Damen zunehmend die Kontrolle über das Spiel und Hambrücken besaß bis zur Pause Vorteile und vor allem die besseren Einschussmöglichkeiten. So flog in der 20ten ein Schuss knapp am linken Pfosten des SVZ-Tores vorbei und klatschte nur eine Minute später der Ball gar gegen den Innenpfosten. Auch nach der folgenden Ecke wurde es nochmals gefährlich. In dieser Phase somit schon irgendwie vorhersehbar, dass der FVH in der 23. Minute dann auch tatsächlich in Führung ging: Hambrückens Torjägerin Schneider schlug mit einem Lupfer direkt aus der Luft sehenswert zu. Zwei Minuten später zeigten sich wieder einmal unsere Damen und Anja verfehlte per Kopf nach Ecke von Nathalie Lehner nur knapp das Tor. Fast im Gegenzug ein weiterer guter Vorstoß der Hausdamen, doch Ricarda verkürzte ganz stark den Winkel und parierte schmerzhaft mit dem Gesicht. Die weitaus erfahreneren und vor allem auch körperlich stärkeren Gastgeberinnen legten weiter zu und kurzzeitig schien es zu einem Privatduell unserer Keeperin Ricarda gegen Schneider & Co. zu werden. Dabei spielte sich Ricarda gegen ihre eigentliche Heimat Hambrücken in einen wahren Rausch. In der 42ten parierte sie zunächst sicher und noch in der gleichen Minute riskierte sie bei einem Freilauf auf ihr Tor einmal mehr Kopf und Kragen und blieb wieder Siegerin, wenn auch erneut mit schmerzhaften Folgen. In der 44. Minute fast aus dem Nichts beinahe der Ausgleich, als Anja frei vor dem FVH-Tor auftauchte, dieses aber nur hauchdünn verfehlte. gegenüber klärte Ricarda kurz vor dem Pausenpfiff einmal mehr stark, dieses Mal per Fußabwehr. Mit einer unstrittig verdienten Führung der Heimmannschaft ging es in die bei kalten aber sonnigen Verhältnissen verdiente Pause.

Aus dieser kam unser Team topeingestellt zurück und überraschte die Heimelf mit einem nun ganz anderen Auftreten. Plötzlich hatte man das Spiel wieder im Griff und stellte bis auf Weiteres die bessere Mannschaft. Hatte Elena in der 52. Minute bereits nur knapp am langen Torpfosten vorbeigezielt, in Minute 53 dann der 1:1-Ausgleich – und was für ein Treffer! Aline Hertl nahm das Leder nach einem Freistoß direkt aus der Luft und versenkte es unhaltbar im Tordreieck. Wohl noch zu sehr euphorisiert, wäre man gleich nach Wiederanspiel beinahe wieder in Rückstand geraten, doch die starke Ricarda warf sich wieder mutig in einen Freilauf und bleib erneut Siegerin. Dieser starke Rückhalt gab unseren Amazonen weiteren Aufwind und Elenas Lupfer (65. knapp am Tor vorbei) sowie der Abschluss von Jenny Wagner (67. Torhüterin gehalten) hätten bereits die erstmalige Führung bedeuten können. Doch Obacht vor dem Tabellenvierten, der sich nun wieder ins Spiel zurückkämpfte. Die Zuschauer kamen nun erst recht auf ihre Kosten und sahen einen offenen Schlagabtausch beider Teams. In der 69ten zunächst die Hambrückerinnen, erneut scheiterten sie an Ricarda. Auf der Gegenseite wurde Jenny auf der linken Außenbahn gut freigespielt, schloss aber etwas zu unentschlossen ab, sodass es „nur“ Ecke gab (71.). Auch nach dieser wurde es für die Gastgeberinnen brenzlig. Dafür aber im unmittelbaren Gegenzug die erneute Führung für den FV, als sich deren Torjägerin unwiderstehlich durchsetzte und Ricarda dieses Mal keine Abwehrchance ließ (72.). Drei Minuten später musste Annalena gar vor der eigenen Torlinie klären, sonst wäre mit dem möglichen 1:3 gar eine Art Vorentscheidung gefallen. Postwendend schlug aber nun unsere Elf zurück: Anja drang von links in den Strafraum ein und auch Hambrückener Zuschauer bestätigten sogleich, dass es hier nur eine Entscheidung geben kann: Elfmeter. Diesen verwandelte Anja selbst sicher zum erneuten Ausgleich: 2:2 (76.). Einfach imponierend die bereits in früheren Berichten erwähnte neugewonnene Stärke unserer Damen, sich niemals aufzugeben – wieder einmal konnte man einen Rückstand egalisieren, am heutigen Tag bereits zum zweiten Mal. Und nun wollten sie gar noch mehr … Zunächst aber zeigte sich nochmals die Heimelf bei zwei Kontern gefährlich (81. geblockt; 85. Ball knapp verpasst). Dann aber nach bereits Alines Traumtor zum 1:1 das nächste Highlight: einen Freistoß von rechts nahm Steffi Schleweis direkt aus der Luft und zirkelte den Ball ins rechte Tordreieck – ein Treffer Marke „Tor des Jahres“ und die damit erstmalige Führung, die unsere Girls berechtigt feierten (86.). In den letzten Minuten mussten sie sich nochmals wütenden Angriffen des FVH erwehren, verrichteten diesen Job trotz noch jungen Jahren aber mit schon beeindruckender Routine.

Unstrittig wäre ein Remis das wohl gerechteste Ergebnis zweier starker Mannschaften gewesen, doch dieses Mal war unserem Team auch endlich einmal das Glück der Tüchtigen hold, welches in dieser Saison zuvor bei so manchen Aufeinandertreffen noch gefehlt hatte. Quasi auch ausgleichende Gerechtigkeit für die unglückliche Niederlage im Vorspiel, bei der man noch hatte Lehrgeld bezahlen müssen. Es kann ohnehin als weitere Erkenntnis aus diesem Spiel und aus den bisherigen 12 Begegnungen mitgenommen werden, dass unsere jungen Damen einen stetigen und vor allem erfolgreichen Entwicklungs- und Lernprozess durchlaufen haben. Im neuen Fußballjahr kann man sicherlich noch mehr erwarten.

Sollten endlich auch einmal die noch ausstehenden drei Punkte gegen Schlusslicht Spvgg Sandhofen gutgeschrieben werden (diese war am 11. Spieltag in Zeutern nicht angetreten), dann stehen zur nun Winterpause 6 Siege und 2 Remis bei 5 Niederlagen, damit 20 Punkte und 34:27 Tore sowie Tabellenplatz 6 von 13 gestarteten Teams zu Buche – ein starkes Zwischenfazit für das mit Abstand jüngstes Team der Liga. Die in der bisherigen Saison erfreulichste Erkenntnis überhaupt dürfte aber der große und gute Zusammenhalt im Team sein – eine tolle Sache!

E.W.